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DER ZWEITE SOHN

Herzog Carl Bernhard
1792-1862
Ausgangspunkt:
Universalkonstruktion des Herzogs Carl Bernhard zu Sachsen-Weimar-Eisenach
[#1]
Carl
Ludwig Albrecht Kunze beschreibt
diese Näherungskonstruktion in seinem 1842 in Jena
erschienenen "Lehrbuch der Geometrie" (2 Bände) unter
dem
Titel:
"Ueber eine neue Art, die Seite eines regelmässigen
Vielecks
für einen gegebenen Kreis näherungsweise zu
finden". [#2]
Die Konstruktion ist wahrscheinlich
kurz vor dem
genannten Jahr veröffentlicht worden. C. L. A. Kunze
war Professor für Mathematik und Physik. Er feierte
am 14. Oktober 1853 sein 25-jähriges Dienstjubiläum.
#6 Hauptquelle:
Das Leben des Herzogs Bernhard von
Sachsen-Weimar-Eisenach
Königlich niederländischer General der Infanterie
Von R. Starklof
Königlich württembergischen Rittmeister
Band 1 (1865), Band 2 (1866)
Gotha
Verlag von E. F. Thienemann

Band
1, Seite 236 (Jahre 1816-1817):
"... Diese höchst peinliche Ruhe abgerechnet, gefiel sich der
Herzog in Gent von Tag zu Tag mehr. Für seine eigene Beschäftigung
sorgte er in genügender Weise, nahm Unterricht in der holländischen
Sprache und der Mathematik. Er war emsig bemüht, die Lücken auszu-
füllen, welche er 'in Folge einer verfehlten Erziehung' - wie er sich
auszudrücken pflegte - in seinem Wissen zu finden glaubte. Und was er
einmal ergriff, das faßte er gleich mit rastloser Energie an, nicht
ruhend, bis er des Gegenstandes Meister geworden war. So brachte es in
der Mathematik sein emsiger Fleiß dahin, daß er - wahrscheinlich im
Jahre 1823 - eine 'neue Art, die Peripherie eines Cirkels in eine
gewisse Anzahl gleicher Theile zu theilen' entdeckte. Er theilte diese
Konstruktion dem Bauinspektor Weise in Weimar mit, der darüber mit
dem rühmlichst bekannten Mathematiker Ludwig Kunze kommunizirte, und
dieser war bei späterer näherer Untersuchung der Sache, 'höchlich
verwundert, eine aus bloßer Empirie hervorgegangene Regel mit der
Wahrheit so nahe in Uebereinstimmung zu finden'. Er veröffent- lichte
diese Konstruktion zum ersten Male in seinem 1842 herausgegebenen
Lehrbuch der Geometrie, 'später ist sie dann', wie er selbst
berichtet, 'in mehrere andere Bücher übergegangen, freilich meist
ohne Angabe der Quelle und des eigentlichen Urhebers'. Das Nähere
über diese Konstruktion folgt in Beilage 5. ..." [#6]

Band
1, Seite 368, Beilage 5.:
"Neue
Art, die Peripherie eines Cirkels in eine
gewisse Anzahl gleicher Theile zu theilen.
Den vorstehenden Cirkel will ich in 7 gleiche Theile theilen. Ich
theile den Durchmesser AB in 7 gleiche Theile, verlängere diesen
Durchmesser bis E, so wie den perpendikular auf den Durchmesser
stoßenden Halb- messer C0 bis D, so daß BE = CD = AB/7 wird. Hierauf
ziehe ich die Linie DE; vom dritten Punkt im Durch- messer nach dem
unteren Intersektionspunkt ziehe ich die Linie FG, und finde, daß sie
gleich der Sehne vom 7ten Theil der Peripherie ist.
Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß diese Construction auf alle Arten
gleichseitiger Polygone anwendbar ist.
Ich möchte wohl wissen, ob jemand vor mir diese Ent- deckung schon
gemacht hat.
Gent, am 10. Februar
1824
B. H. z. S.-W." [#6]
Seit meinem Studium der Mathematik beschäftigen mich
dazu einige Fragen: Wer war dieser Mann? Gibt es Bilder
von ihm? Wie gut musste er sich in der Geometrie und
Mathematik auskennen, um so eine Konstruktion zu
finden? etc. Inzwischen konnte ich doch einige Infor-
mationen zusammentragen.
In einem alten Lexikon
(?) steht folgendes:
Carl Bern-
hard, Herzog von
Sachsen-Weimar; zweiter Sohn des Großherzogs
Carl August; geboren am 30. Mai 1792
in
Weimar; gestorben am 31. Juli 1862
in Bad Liebenstein.
Er genoß eine treffliche Erziehung und machte dann im
Heere des
Fürsten Hohenlohe als Freiwilliger den
unglücklichen Feldzug von 1806 mit. Hernach
trat er in
königlich-sächsische Dienste, wohnte 1809 als Major
beim Generalstab Bernadottes dem
Feldzug gegen
Österreich bei, hielt sich aber dann vom Kampfe fern,
trat erst nach der
Schlacht bei Leipzig wieder in aktiven
Dienst und wohnte unter seinem Vater, der ein
Armeekorps der
Verbündeten befehligte, als Oberst dem
Winterfeldzug von 1814 in den Niederlanden und in
Flandern bei. 1815 vertauschte er den sächsischen
Dienst mit dem
niederländischen, nahm an den
Schlachten bei Quatrebas und Waterloo rühmlichen
Anteil und avancierte 1816
zum Generalmajor, 1829
zum Divisionär. Als solcher hatte er seinen Sitz in Gent,
sah sich aber beim Ausbruch der belgischen Revolution
im September 1830 durch die Übermacht
der
Insurgenten (Aufrührer) gezwungen, Stadt und Festung
den Belgiern zu überlassen und sich nach
Antwerpen
zurückzuziehen. Als Generalleutnant mit der Führung des
linken Flügels der
holländischen Truppen betraut, schlug
er 1831 die Belgier bei Löwen. Von 1848 bis 1853 war er
Oberbefehlshaber der holländischen Kolonialtruppen in
Niederländisch-Indien.
Seitdem lebte er abwechselnd in
Haag und in Weimar. Die umsichtigen Beobachtungen,
die er während
einer 1825/26 unternommenen Reise
durch Nordamerika in ein Tagebuch verzeichnet hatte,
sind 1828
von Heinrich Luden veröffentlicht worden. Der
Herzog selbst hat außerdem eine wertvolle
Monographie
herausgegeben.
Später fand ich in einem Lexikon folgendes:
Karl Bernhard, Herzog von
Sachsen-Weimar, zweiter
Sohn Herzog Karl Augusts, Generallieutenant in nieder-
ländischen Diensten, geboren zu
Weimar am 30. Mai
1792, genoß eine treffliche Erziehung und machte dann
im Heere des
Fürsten von Hohenlohe als Freiwilliger den
unglücklichen Feldzug von 1806 mit. Nach dem An-
schlusse seines Vaters an den Rheinbund ging er auf
kurze
Zeit wieder in die Heimat, bald darauf aber nach
Dresden, wo der Major
Rühle von Lilienstern als
Gouverneur seine Studien leitete, wurde 1807 Haupt-
mann im sächsischen Garderegiment und wohnte 1809
als Major beim
Generalstabe unter Bernadotte's Führung
dem Feldzug gegen Oesterreich bei, wo
er sich nament-
lich in der Schlacht bei Wagram durch persönliche
Tapferkeit auszeichnete. Im Jahre 1812 ward er Oberst-
lieutenant, nahm aber nach dem Wunsche seines Vaters
keinen Theil am Feldzuge gegen Rußland, sondern ging
mit Urlaub auf unbestimmte Zeit
nach Italien und Frank-
reich. Auch nach seiner Rückkehr im Frühjahre 1813
hielt er sich vom Waffengetümmel entfernt und trat erst
nach der Schlacht bei
Leipzig im Oktober 1813 wieder in
sein Regiment, von welchem er während
seiner Ab-
wesenheit Oberst geworden war und als dessen Befehls-
haber er Torgau belagern half. Im Jahre 1814 kämpfte
er in Holland und
Flandern gegen die Franzosen, nahm
aber im Mai 1815 seinen Abschied und
ging als Oberst in
den Dienst des Königs der Niederlande
über. Hier nahm
er als stellvertretender Kommandant einer Brigade an
den Schlachten bei Quatrebras und Waterloo rühmlichen
Antheil, ward im November 1815 zum Befehlshaber
einer Infanteriebrigade und 1816 zum Generalmajor
ernannt. Anfangs 1819, wo ihm das Provinzialkommando
über Ostflandern anvertraut worden war, nahm er
seinen Wohnsitz zu Gent, wo er auch blieb, als ihn 1826
die Aufsicht über das dritte Militärkommando und 1829
die Divisionärwürde ertheilt ward. Er kaufte sich daselbst
an,
baute und verschönerte seine Besitzung und trat da-
durch mit den Gentern
auch in nähere gesellige Verhält-
nisse, die jedoch beim Ausbruche
der belgischen Revolu-
tion von 1830, in welcher er dem Hause Oranien erge-
ben blieb, sein Schloß nicht vor Plünderung zu sichern
vermochten. Er sah sich durch die Übermacht der
Insurgenten gezwungen, Stadt und Festung den Belgiern
zu überlassen, zog sich nach Antwerpen zurück und
vereinigte sich in der dortigen Citadelle
mit General
Chassé. Nach Holland zurückgerufen, wurde er 1831
zum Generallieutenant befördert und im Mai d. J. an die
Spitze
der bürgerlichen und militärischen Verwaltung des
Großherzogthums Luxemburg gestellt, wo er mit Milde
und Schonung nichts mehr auszurichten vermochte, mit
Gewalt aber nicht einschreiten
durfte. Nach seiner Rück-
kehr von da erhielt er den Oberbefehl über
die zweite
Division der Armee, mit welcher er in dem
zwölftägigen
Feldzuge gegen Belgien (August 1831) den linken Flügel
bildete. Die ihm vergönnte Muße verwendete der Herzog
zu ernsten Studien und interessanten Reisen. In den
Jahren 1825 und 1826 besuchte er die nordamerika-
nischen Freistaaten. Sein schätzbares
Reisetagebuch
führte der Geschichtschreiber Luden unter dem Titel
"Reise Sr. Hoheit des Herzogs Bernhard von Sachsen-
Weimar durch
Nordamerika" (Weimar 1828, 2 Bde.)
ins Publikum ein. Später veröffentlichte er die werthvolle
Monographie "Précis de la campagne de Java en 1811"
(Haag 1834). Auf einer spätern Reise 1837 und 1838
besuchte er Hamburg,
Petersburg, Odessa, die Krimm,
Konstantinopel, die Inseln des Archipels,
Smyrna, Malta,
Sicilien und Neapel. Seit dem 7. December 1848 beklei-
dete
er als niederländischer General der Infanterie die
Stelle eines Oberbefehlshabers der Kolonialarmee im
niederländischen
Indien.
Aus seiner Ehe mit Ida, der zweiten Tochter des Herzogs
Georg von Sachsen-Meiningen, mit der er sich den
30. Mai 1816
vermählte (gest. den 4. April 1852), stam-
men die Prinzen Eduard, geboren den 11. Oktober 1823,
jetzt in britischen Diensten, Hermann, geboren den
4. August 1825, in würtembergischen,
und Gustav,
geboren den 28. Juni 1827, in österreichischen Diensten,
und die Prinzessinnen Anna, geboren den 9. September
1828, und Amalia, geboren den 20. Mai 1830. [#3]

Johann Friedrich
August Tischbein:
Gruppenbildnis der
Kinder des Herzogs
Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1798.
Öl/Leinwand; 202x132
cm
Die Geschwister Carl Friedrich, Erbprinz
von Sachsen-Weimar-Eisenach (1783-1859),
Prinzessin Caroline (1786-1816) und
Prinz
Bernhard (1792-1862)
stehen als
locker gefasste Dreiergruppe in einer empfindsam
geschilderten Parklandschaft. [#4]
Weitere
Forschungsergebnisse:
Mutter von Carl Bernhard: Louise
Auguste von
Hessen-Darmstadt (30.01.1757 - 1830), später Luise
Auguste von Sachsen-Weimar-Eisenach. Carl August
geheiratet am 3. Oktober 1775. Am 17. Oktober 1775
Einzug des herzoglichen Paares in Weimar.
Großherzog Carl
August: Geboren am 3. September
1757 in Weimar; gestorben am 14. Juni 1828 in Graditz.
Von 1758 bis 1815 Herzog von Sachsen-Weimar-
Eisenach, von 1815 bis
1828 Großherzog. Die Freund-
schaft mit J. W.
v. Goethe machte
Weimar und Jena
(Universität) zu Zentren des deutschen Geisteslebens.
Durch Goethe beraten, förderte er
Wissenschaft und
Kunst. Er gründete 1791 das Hoftheater und berief
J.G. Herder und F.
Schiller nach Weimar. Politisch
schloss er sich eng an Preußen an. Er führte am 5. Mai
1816 eine landständische Verfassung
ein.

Bildnis Herzog Carl August,
Öl auf Leinwand von Ferdinand Jagemann, 1805
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek
© SWK 1996, Foto: Sigrid Geske

Bildnis Anna Amalia,
Ölgemälde von Johann Ernst Heinsius, um 1773
Weimar, Schloss Tiefurt
© SWK 1993, Foto: Sigrid Geske
Am 7. November 1775 Ankunft Goethes in Weimar.
Am 1. Oktober 1776 Ankunft Johann Gottfried Herders
(1744 - 1803) in
Weimar. Herder hält Taufrede von Carl
Bernhard: Bezieht den Namen
Bernhard auf den
Weimarischen Helden des Dreißigjährigen Krieges
Bernhard
von Weimar (1604 - 1639) und auf die
historische Stunde (1792-1797: Erster Koalitionskrieg
gegen
Frankreich). Am 2. Februar 1783 Geburt des
Erbprinzen Carl Friedrich (Bruder von
Carl Bernhard),
gestorben 1853. 5./6. Juli 1809: Schlacht bei Wagram;
Carl Bernhard erhält von
Napoleon persönlich Kreuz der
Ehrenlegion. Von 1811 bis 1813 reist Carl Bernhard
durch Frankreich und Italien. Am 30. Mai 1816 Heirat
von Carl Bernhard mit Prinzessin Ida von Sachsen-
Meiningen (1794 - 1852); viele Kinder.
"Carl August hätte lieber seinen
jüngeren Sohn Herzog
Bernhard als Nachfolger gehabt. Aber es
gab keine
Chance, die dynastischen Regeln zu durchbrechen und
Carl
Friedrich zurückzusetzen. Ein realistisch zupacken-
der Sinn machte aus Bernhard einen guten Militär, aber
auch einen reiselustigen Zeitgenossen. Nachdem er in
den Niederlanden an Kämpfen teilgenommen hatte,
aus denen später das unabhängige Königreich Belgien
hervorging, bereiste er, der Amerika kannte, auch
Italien,
den Orient und Rußland. Sein Sohn, Prinz
Hermann, erbte die - so sah es die Tradition - Neigung,
aus der Art
zu schlagen und heiratete 1851 in London
"morganatisch" (ungesetzlich) eine nicht standesgemäße
Lady Auguste Gordon Lennox, die vom Großherzog zu
einer Gräfin von Dornburg erhoben werden mußte." [#5]
3. November 1999: Fahrt nach Weimar und Besichtigung
der
Fürstengruft. Carl Bernhard hat dort seine letzte
Ruhestätte (Ein Sarg aus hellerem Holz, ohne Inschrift.)
gefunden, neben seinem
Vater Carl August.

Feedback:
*
E-Mail vom 31. Dezember 2000:
Absender: margro@midcoast.com
Betreff: HELLO
Christian...
I came to your home page via a link to >Herzog C.B. zu
Sachsen-Weimar-Eisenach< while doing personal
research on Weimar military service in the Napoleonic
Wars. (My ur-ur-ur grossvater was Christian Gotfried
Grobe who served in a Weimar military unit in 1813,
perhaps under the Herzog - who knows?).
But viele danke for the information on the Herzog.
I was in Weimar in 1991 but did not go to his Fursten-
gruft. Maybe next time.
Thanks,
Bob Grobe
Camden, Maine
USA
*
E-Mail vom 22. Juli 2001:
Absender: phgoossen@wxs.nl
Betreff: Herzog Karl Bernhard
Sehr geehrter Herr Rieger,
Mathematik ist zwar nicht meine große Liebe, doch über
einen Umweg habe ich dann doch ihre Seiten zum
Herzog von Sachsen-Weimar gefunden. Ich wohne in der
Nähe von Den Haag und machte neulich einen Spazier-
gang. Da ich mich für deutsche Kultur und Geschichte
interessiere, fand dort ein Denkmal für einen gewissen
"Hertog Karel Bernard van Saxen-Weimar" mein Inter-
esse. Keiner schien etwas über ihn zu wissen und erst im
Internet fand ich heraus, was dieser Deutsche mit
Holland zu tun hatte.
Wenn Sie möchten, mache ich demnächst ein paar Digitalbilder vom
Denkmal und schicke sie Ihnen dann
für Ihre Seiten. Dies als kleines Dankeschön für die
Infos, die Sie dort bereitstellten.
Mit freundlichen Grüßen
Paul Goossen
Zoetermeer, Niederlande
*
Weitere Informationen und Bilder von Paul Goossen:
Genauer Standort des Denkmals:
Den Haag, Lange Voorhout, Fotos vom Juli/2001
"... Falls Sie des Niederländischen nicht mächtig sind,
hier die Übersetzungen der verschiedenen Texte auf
dem Denkmal. Ich habe bei einigen Übersetzungen
etwas gezweifelt, da es sich um etwas antiquiertes
Niederländisch aus dem 19. Jahrhundert handelt:
beschermer van kunst en wetenschap =
Beschützer von Kunst und Wissenschaften;
Hulde van tijdgenoten 1869 =
Ehrung von Zeitgenossen 1869;
Moedig en beleidvol krijgsman -
Nederland onwankelbaar trouw =
Mutiger und umsichtiger Kämpfer -
den Niederlanden unerschütterlich treu.

*
E-Mail vom 25. Mai 2002:
Absender: WerKraus@aol.com
Betreff: Herzog Bernhard
Sehr geehrter Herr Rieger,
durch Zufall bin ich auf Ihre Website gestoßen und bin
dort Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar-Eisenach
begegnet. Erstaunt stellte ich fest, dass er sich mit
mathematischen Problemen beschäftigte. Ich bin ein
Südostasienwissenschaftler und kenne den Herzog
hauptsächlich als Oberbefehlshaber der Niederländisch-
Indischen Kolonialtruppen. Sein Leben und seine Zeit in
Indonesien wurde ja bearbeitet und veröffentlicht.
Er verkehrte auf Java eng mit der dortigen deutschen
"Kolonie" und taucht deshalb auch in anderen zeitge-
nössischen Beschreibungen immer wieder auf.
Mich interessiert, ob Sie auf weitere Zeugnisse seiner
mathematischen Übungen gestoßen sind, oder ob die
Näherungskonstruktion des regelmäßigen 7-Ecks das
einzige Zeugnis dieser Art ist.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Werner Kraus
94032 Passau
Antwort per E-Mail vom 28. Mai 2002:
Sehr geehrter Herr Dr. Kraus.
leider habe ich bis jetzt keine weitere mathematischen
Zeugnisse von Herzog Karl Bernhard gefunden. Die be-
kannten Bücher über ihn von Starklof aus dem Jahre
1865 geben nur insofern Auskunft darüber, dass er sich
mit Mathematik, die ja auch beim Militär schon damals
eine Rolle spielte, intensiv beschäftigt haben muss. Dies
kann man auch auf seine 'Schulzeit und Lehrjahre' be-
ziehen. Das einzig nachhaltig Überlieferte ist diese
Näherungskonstruktion, die auch an Hochschulen unter
seinem Namen in Geometrie gelehrt wird. Daraus ergab
sich auch mein Interesse an diesem 'zweiten Sohn' des
Herzogs Karl August, der zwar um vieles intelligenter als
sein Bruder war, aber 'standesgemäß' als Nachfolger
nicht zum Zuge kam.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Rieger
*
|
Quellenangaben:
#1 H.
Blaser: Regel-
mässige Kreisteil-
ungen und Kreis-
ketten, Verlag Paul
Haupt
Bern; Stutt-
gart, 1991, S. 61
#2 Kunze, Carl Ludwig
Albrecht: Lehrbuch
der Geometrie,
Band 1, Jena 1842,
Frommann
#3 Meyer's neues Kon-
versations-Lexikon,
2. Auflage, 3. Band,
Bazar-Brücken,
von 1871, S. 279
#4 Franke, Tischbein,
1991, Bd. 1, S. 131,
Bd. 2,
S. 394, Wvz.
Nr. 384
#5 Volker Ebersbach:
Carl
August -
Goethes Herzog und
Freund, Böhlau
Verlag Köln
Weimar
Wien; 1998, S. 246
Bei der 'Herzogin Anna
Amalia Bibliothek' in
Weimar möchte ich
mich für die freund-
liche Unterstützung
herzlich bedanken.
|